LOGENTIS Logistik Lexikon

title

Non Conveyable | NC (Logistik)

Logistik / Allgemein

Non Conveyable: Definition und Systemkritik in der Intralogistik

Als Non Conveyable (NC) – im deutschsprachigen Raum meist als nicht förderfähiges Gut oder Sperrgut bezeichnet – werden Fracht- und Packstücke definiert, die aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften nicht über standardisierte, automatisierte Förder- und Sortieranlagen transportiert werden können. Während moderne Logistikzentren auf Hochgeschwindigkeitsbandförderer, Rollenbahnen und automatische Sorter ausgelegt sind, unterbrechen Non-Conveyable-Güter diesen automatisierten Kontinuum-Fluss.

Die Ursachen für die fehlende Förderfähigkeit sind vielfältig: Sie reichen von überdimensionierten Abmessungen und Überschreitungen des Höchstgewichts – im Paketbereich meist ab 31,5 Kilogramm – bis hin zu instabilen Verpackungen, unregelmäßigen Geometrien (wie Reifen oder Rohre), biegeweichen Materialien wie Folienbeuteln ohne festen Boden oder extremen Oberflächenreibwerten. Auch Kanister mit Flüssigkeiten oder leicht zerbrechliche Güter fallen häufig unter den Begriff, da sie den Erschütterungen und Fliehkräften automatischer Weichen und Kurvenförderer nicht standhalten würden.

NC-Güter. Symbolgrafik: Generiert mit KI

Grafik: Generiert mit KI

Prozessuale Anpassungen: Handhabung von Sperrgut im Logistikbetrieb

Die Abwicklung von Non-Conveyable-Gütern erfordert von KEP-Dienstleistern (Kurier-, Express- und Paketdiensten) sowie Kontraktlogistikern eine strikte prozessuale Entkopplung vom regulären Warenstrom. Bereits beim Wareneingang erfolgt eine optische oder messtechnische Erkennung, um potenziell anlagengefährdende Packstücke sofort auszuschleusen. Während Standardkartons vollautomatisch gescannt, gewogen und verfahren werden, leitet das Lagersteuerungssystem NC-Fracht auf spezielle Sonderabwicklungsflächen um.

Auf diesen Flächen dominieren manuelle und teilautomatisierte Handling-Prozesse. Der Transport innerhalb der Halle erfolgt über Schwerlast-Routenmobile, Gabelstapler, Elektro-Niederhubwagen oder vergrößerte Sonderförderbänder mit reduzierter Geschwindigkeit.

Um den Gesamtdurchsatz der Anlage nicht zu gefährden, werden für Non-Conveyable-Güter parallele Prozessketten etabliert: Die Erfassung der Sendungsdaten erfolgt meist über mobile Handheld-Scanner, bevor die Güter manuell auf speziellen Stellflächen für den Hauptlauf zusammengeführt werden. Dieser hohe manuelle Aufwand bindet erhebliche Personalressourcen, benötigt überdurchschnittlich viel Hallenfläche und verlängert die Durchlaufzeiten, weshalb Logistikunternehmen für diesen Service substanzielle Zuschläge erheben.

Technologische Innovationen und Zukunftstrends in der Sperrgutlogistik

Durch das starke Wachstum des E-Commerce – insbesondere im Direktvertrieb von Möbeln, Haushaltsgroßgeräten, Baustoffen und Fitnessgeräten – ist das Aufkommen von Non-Conveyable-Sendungen stark gestiegen. Dieser Druck zwingt die Branche zu technologischen Innovationssprüngen, um die Trennlinie zwischen förderfähigen und nicht förderfähigen Gütern neu zu definieren.

Im Zentrum aktueller Entwicklungen stehen Autonome Mobile Roboter (AMR) und Fahrerlose Transportsysteme (FTS), die speziell für unregelmäßige und schwere Lasten konstruiert sind. Anstatt starre Förderbahnen zu nutzen, bewegen sich diese Roboter frei navigierend auf der Fläche und übernehmen den Punkt-zu-Punkt-Transport von Sperrgut flexibel und vollautomatisch.

Parallel dazu halten KI-gestützte 3D-Visionsysteme Einzug: Sie vermessen und analysieren komplexe, unregelmäßige Körper bereits beim Entladen im Bruchteil einer Sekunde und berechnen die optimale Greif- oder Transportstrategie. Auch im Bereich der Sortiertechnik verschieben neuartige Schwerlast-Kippschalensortierer sowie extrem breite Matrixsortierer die physikalischen Grenzen, sodass Güter, die noch vor wenigen Jahren als unverfahrbar galten, zunehmend in den automatisierten Prozess integriert werden können.

Netversys auf verschiedenen Geräten
NETVERSYS - Die Software für Versandlogistik

Optimieren Sie Ihren Versand

Mit unserer Software für eine optimierte Versandlogistik bringen Sie Ihre Waren schneller an den Kunden und behalten dabei die Kosten für Versanddienstleister immer im Blick. Profitieren Sie von kundenorientierten Vorteilen wie:

  • Carrier Entgeltmanagement
  • perfekte Versandemails
  • Non-EU Zollmanagement
  • Gefahrguthandling
  • modernes Pluginsystem
  • weltklasse Support
Aktuelles

LOGENTIS Journal

Schauen Sie doch auch in unserem Lexikon vorbei

DHL will 400 Millionen Euro in Mittel- und Osteuropa investieren
BlogVersandlogistik

09.10.2026

DHL will 400 Millionen Euro in Mittel- und Osteuropa investieren

DHL hat Millionen-Investitionen angekündigt, um ihre Infrastruktur in Mittel- und Osteuropa auszubauen. Ziel sei die Erweiterung von Lager- und Sortierkapazitäten sowie eine höhere Resilienz grenzüberschreitender Fracht- und Paketnetzwerke für B2B und E-Commerce. Foto: DHL Group

Out-of-Home wächst auch bei CTT Express rasant
Versandlogistik

01.10.2026

Out-of-Home wächst auch bei CTT Express rasant

CTT Express, E-Commerce-Marke der CTT-Gruppe für die Iberische Halbinsel, verkündet im ersten Halbjahr ein Wachstum um 64 Prozent bei Out-of-Home-Lieferungen (OOH). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg das Volumen auf mehr als 4,8 Millionen Sendungen. Grafik: Generiert mit KI

Eine Ikone der Intralogistik in unserem Lexikon: Palette
LogentisBlogVersandlogistik

30.09.2026

Eine Ikone der Intralogistik in unserem Lexikon: Palette

Eine Palette ist ein flacher, mobiler Ladungsträger, der in der Logistik zur Bündelung von Einzelgütern zu einer einheitlichen, handhabbaren Ladeeinheit dient. Seit 1961 ist sie die zentrale physische Schnittstelle für das Lagern, Fördern und Transportieren. Grafik: Generiert mit KI

Alle Artikel