Der Begriff Fast Moving Consumer Goods (abgekürzt FMCG) bezeichnet Konsumgüter des täglichen Bedarfs, die durch eine überdurchschnittlich hohe Umschlagshäufigkeit (Lagerumschlag) gekennzeichnet sind.
Es handelt sich um Waren, die in hoher Frequenz konsumiert und nachgekauft werden, wodurch sie nur eine kurze Verweildauer im Lager oder im Verkaufsregal haben. Sie werden in der Regel zu vergleichsweise niedrigen Preisen angeboten. Das grundlegende Unterscheidungsmerkmal zu langlebigen Gütern ist der Aspekt von Verbrauch versus Gebrauch: FMCG werden meist kurzfristig verbraucht (z. B. Lebensmittel), während andere Güter über Jahre gebraucht werden (z. B. Möbel).
Grafik: Generiert mit KI
Merkmale und Treiber von FMCG
FMCG zeichnen sich durch spezifische ökonomische, psychologische und logistische Eigenschaften aus, die ihre Schnelligkeit im Markt begründen:
- Hohe Kauffrequenz: Konsumenten erwerben diese Produkte regelmäßig (täglich bis wöchentlich), da sie den alltäglichen Bedarf decken.
- Geringe Kaufentscheidungsdauer (Niedriges Involvement): Aufgrund des meist niedrigen Preises und der alltäglichen Relevanz ist der Entscheidungsaufwand für den Käufer gering. Die Entscheidung fällt oft spontan am Point of Sale. Der Kunde überlegt bei einer Packung Kaugummi deutlich kürzer als bei der Anschaffung einer Waschmaschine.
- Niedrige Margen pro Stück: Der ökonomische Gewinn wird bei FMCG primär über die Masse und den extrem schnellen Warenumschlag generiert, nicht über hohe Einzelspannen.
- Kurze Haltbarkeit/Aktualität: Viele FMCG sind verderblich (z. B. Frischeprodukte) oder unterliegen einer extrem kurzen Aktualität (z. B. Tageszeitungen), was einen schnellen Abverkauf logistisch erzwingt.
Die Skala der Warenrotation: Von FMCG zu SMCG
Die Einordnung eines Produkts erfolgt entlang einer Skala, die durch die Verweildauer im Wirtschaftskreislauf definiert wird:
- Ultra-FMCG (Höchste Rotation): Das Paradebeispiel ist die Tageszeitung. Hier ist die Zeitspanne zwischen Erscheinen und Obsoleszenz (Wertverlust durch Veralterung) minimal – ihre Relevanz erlischt oft bereits nach wenigen Stunden.
- Klassische FMCG: Hierzu zählen frische Lebensmittel (Milch, Brot), Hygieneartikel und Getränke. Sie werden oft täglich oder wöchentlich ersetzt.
- Medium Moving Goods: Produkte wie saisonale Kleidung oder bestimmte Haushaltswaren, die mehrmals im Jahr, aber nicht wöchentlich gekauft werden.
- SMCG (Slow Moving Consumer Goods): Das Gegenteil der FMCG. Hierzu zählen langlebige Gebrauchsgüter wie Möbel, Elektrogroßgeräte oder Luxusartikel. Ihr Verkauf erfolgt selten, was zu langen Lagerzeiten führt.
Produktkategorien und Beispiele für Fast Moving Consumer Goods
Typische Branchen für klassische FMCG sind:
- Lebensmittel & Getränke: Molkereiprodukte, Backwaren, Erfrischungsgetränke, Grundnahrungsmittel.
- Hygiene & Körperpflege: Zahnpasta, Seife, Shampoo, Toilettenpapier.
- Haushaltswaren: Reinigungsmittel, Waschpulver, Spülmittel.
- Genussmittel: Tabakwaren, Süßwaren, Snacks.
Logistische Herausforderungen und Messung von FMCG
Für die Logistik bedeutet der Umgang mit FMCG eine enorme Komplexität in der Supply Chain. Die Intensität der FMCG wird durch die Lagerumschlagshäufigkeit gemessen. Diese Kennzahl gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb eines Zeitraums komplett ersetzt wurde. Eine hohe Zahl signalisiert ein klassisches FMCG-Szenario.
Die zentrale logistische Herausforderung liegt in der Reaktionsgeschwindigkeit und der Sicherstellung der ständigen Verfügbarkeit (Vermeidung von "Out-of-Stock"-Situationen). Da die Fehlmengentoleranz der Kunden extrem gering ist und sie bei Nichtverfügbarkeit sofort zu Konkurrenzprodukten greifen, müssen Lieferketten präzise getaktet sein.
Dies erfordert hocheffiziente Lagerverwaltungssysteme, eine optimierte Routenplanung und eine präzise Absatzprognose, damit Nachschub genau in dem Moment eintrifft, in dem das Regal leer wird.



