LOGENTIS Logistik Lexikon

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Kommissionierstapler

Logistik / Allgemein

Definition und operativer Fokus

Der Kommissionierstapler oder Order Picker ist ein hochspezialisiertes Flurförderzeuge zur manuellen Zusammenstellung von Warenladungen (zum Überblick über Stapler). Es ist das Bindeglied zwischen dem statischen Lagersystem und dem dynamischen Warenfluss. Im Gegensatz zu herkömmlichen Frontstaplern, deren Hauptaufgabe der Transport geschlossener Ladeeinheiten (wie ganze Paletten) ist, dient der Kommissionierstapler dem „Picking“. Dabei werden Teilmengen aus größeren Gebinden entnommen, um individuelle Kundenaufträge zusammenzustellen.

Das wesentliche Alleinstellungsmerkmal vieler Kommissionierstapler ist das Mitfahren des Bedieners: Die Fahrerplattform hebt sich gemeinsam mit dem Lastaufnahmemittel an, sodass der Mitarbeiter direkten Zugriff auf die Waren in den Regalfächern hat.

Klassifizierung von Kommissionierstaplern nach Greifhöhe

In der Logistik wird die Leistungsfähigkeit dieser Geräte primär nach der erreichbaren Arbeitshöhe unterschieden, da dies die Architektur des gesamten Lagers beeinflusst:

Niederhub-Kommissionierer

Diese Geräte sind für die Arbeit auf der ersten Regalebene (Bodenniveau) konzipiert. Sie zeichnen sich durch eine extrem hohe Beschleunigung und Wendigkeit aus. Da der Zeitanteil des Fahrens beim Kommissionieren in Bodennähe oft über 50 % liegt, verfügen diese Stapler häufig über lange Lastzinken, um zwei oder drei Paletten gleichzeitig aufzunehmen. Moderne Varianten bieten eine „Walk-beside“-Funktion, bei der der Stapler dem gehenden Bediener autonom folgt.

Mittel- und Hochhub-Kommissionierer

Diese Maschinen dringen in vertikale Dimensionen vor. Bei Hochhub-Kommissionierern kann die Fahrerplattform auf Höhen von über 15 Metern angehoben werden. Da sich der Bediener hierbei in einer exponierten Position befindet, sind diese Geräte mit umfassenden Sicherheitssystemen wie automatischen Geschwindigkeitsbegrenzungen in Abhängigkeit von der Hubhöhe und obligatorischen PSA-Systemen (Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz) ausgestattet.

Ergonomie von Kommmissionierstaplern: technologische Symbiose von Mensch und Maschine

Ein spannender Aspekt des Kommissionierstaplers ist die extreme Ausrichtung auf die Ergonomie. Da der Bediener pro Schicht hunderte oder gar tausende Male Waren greift, ist die Maschine um den Menschen herum konstruiert:

  • Die Kabine als Cockpit: Bedienelemente sind oft in die Reling integriert. Gefederte Standplattformen minimieren die Übertragung von Erschütterungen auf die Wirbelsäule des Fahrers.
  • Intuitive Steuerung: Viele Modelle nutzen eine 180°- oder 360°-Lenkung, die ein nahtloses Manövrieren in extrem engen Gängen ermöglicht, ohne dass das Fahrzeug zum Stillstand kommen muss.
  • Initialhub: Um den Rücken des Bedieners zu schonen, verfügen viele Geräte über einen Zusatzhub. Dieser hebt die Palette auf eine ergonomisch optimale Arbeitshöhe an, während der Fahrer die Ware aus dem Regal entnimmt und darauf ablegt.

Intelligenz und Vernetzung von Kommissioniersttaplern im Lager 4.0

Moderne Kommissionierstapler sind heute nicht nur Hebegeräte, sondern mobile Datenterminals. Durch die Integration in ein Warehouse Management System (WMS) empfängt der Stapler Fahraufträge direkt auf ein Display.

Ein technologisches Highlight ist die semi-autonome Navigation. Hierbei kennt der Stapler die Zielkoordinate des nächsten Artikels. Der Fahrer muss lediglich den Fahrschalter betätigen, und das Gerät berechnet den optimalen Weg, bremst punktgenau vor dem richtigen Regalfach ab und positioniert die Gabel in der korrekten Höhe. Dies reduziert die Fehlerquote beim Pick-Vorgang massiv und steigert die Pick-Leistung um bis zu 25 %.

Sicherheit und rechtliche Rahmenbedingungen von Kommissionierstaplern

Der Betrieb eines Kommissionierstaplers, insbesondere in der Hochhub-Variante, stellt höchste Anforderungen an die Konzentration. In schmalen Gängen werden die Geräte oft durch Führungsschienen oder induktive Leitdrähte im Boden gelenkt, um Kollisionen mit den Regalen auszuschließen.

Zusätzlich verfügen sie über Personenschutzanlagen (PSA): Sensoren scannen den Fahrweg vor und hinter dem Gerät. Erkennt das System ein Hindernis oder eine Person im Gang, leitet der Stapler automatisch eine Zwangsbremsung ein. Der Bediener benötigt neben dem allgemeinen Staplerschein meist eine zusätzliche Unterweisung für die spezifischen Rettungsverfahren aus der Höhe (Abseilen im Notfall).

Der Kommissionierstapler ist der Hochleistungssportler unter den Flurförderzeugen. Er kombiniert vertikale Mobilität mit digitaler Präzision und stellt sicher, dass die "letzte Meile" im Lager effizient bewältigt wird.

Beispiel aus der Praxis und Anbieter: Hochhub-Kommissioner oder Vertikal-Kommissionierer

Das nachfolgend abgebildete Gerät ist ein Hochhub-Kommissionierer oder Vertikal-Kommissionierer.

Symbolgrafik: Vertikal-Kommissionierer mit "Man-up-Prinzip"

Grafik: Generiert mit KI

Das Besondere an diesen Kommissionierstaplern ist das sogenannte „Man-Up“-Prinzip: Im Gegensatz zu einem normalen Gabelstapler fährt bei diesen Geräten die gesamte Fahrerkabine zusammen mit der Gabel nach oben. Das erlaubt dem Mitarbeiter, Waren direkt aus den oberen Regalfächern (oft bis in 14 Meter Höhe oder mehr) von Hand zu entnehmen und auf die Palette zu legen.

Es gibt weltweit viele Hersteller solcher Kommissionierstapler, hier eine kleine Auswahl:

  • Jungheinrich: Auf der Produktseite für Vertikal-Kommissionierer siehst du verschiedene Modelle, bei denen der Fahrer mit nach oben fährt. Besonders die EKX-Serie ist ein Klassiker in Hochregallagern.
  • Linde Material Handling: Unter dem Namen V modular findest du dort Hochhub-Kommissionierer, die exakt so funktionieren, wie in der Grafik dargestellt.
  • Still: Die EK-X Serie zeigt sehr deutlich die Bauweise mit der anhebbaren Fahrerkabine für Greifhöhen bis über 14 Meter.
  • Crown: Die SP-Serie ist speziell für diese vertikale Kommissionierung entwickelt worden und bietet viele Fotos der Geräte im Einsatz.

Die Grafik stellt ein technisches Standardgerät der modernen Logistik dar, das in fast jedem großen Verteilzentrum großer E-Commerce-Händler, Logistikdienstleistern oder Supermarktketten zum Einsatz kommt.

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