Lageretiketten: Physische Datenträger im rauen Intralogistik-Alltag
Lageretiketten sind die entscheidenden Schnittstellen zwischen der physischen Welt der Waren und Regale und den digitalen Datenströmen des Lagerverwaltungssystems (LVS). Sie dienen der Identifikation von Lagerplätzen (Stellplatzetiketten), Ladeeinheiten (Palettenlabels) und einzelnen Artikeln.
Heute müssen diese Etiketten unter extremen Bedingungen – von der eisigen Kälte eines Tiefkühllagers bis zur Hitze unter einem Hallendach – absolut zuverlässig lesbar bleiben. Ein unleserliches Etikett führt sofort zum Stillstand in automatisierten Prozessen, da die Sensorik oder der Scanner das Objekt nicht mehr zuordnen kann. Daher ist die Wahl der richtigen Materialkombination aus Trägermaterial, Klebstoff und Druckverfahren entscheidend.
Materialwahl und Drucktechnologien für Lagerettiketten
Für die unterschiedlichen Anforderungen im Lager kommen verschiedene Materialien zum Einsatz. Während im Kurzzeitbereich (z. B. Versandlabels) oft kostengünstiges Thermo-Direkt-Papier verwendet wird, setzt man bei der dauerhaften Regalkennzeichnung auf Polyester- oder Polypropylen-Folien. Diese sind resistent gegen Abrieb, Feuchtigkeit, Reinigungsmittel und UV-Strahlung.
Der Druck erfolgt meist im Thermo-Transfer-Verfahren, das eine extrem hohe Kantenschärfe der Barcodes garantiert – eine Voraussetzung für die fehlerfreie Erfassung durch Kamerasysteme (Computer Vision) und Laserscanner. Heute gewinnen zudem spezialisierte Oberflächen an Bedeutung, die Reflexionen minimieren (Retroreflexion), um das Scannen aus großen Entfernungen in Hochregallagern zu ermöglichen. Auch magnetische Etiketten für den flexiblen Einsatz an Metallregalen sind ein wichtiger Bestandteil des Kennzeichnungskonzepts.
Automatisierung durch intelligente Etikettierung
Die Rolle der Lageretiketten verschmilzt zunehmend mit intelligenten Technologien. "Smart Labels" integrieren RFID-Inlays oder NFC-Chips, die eine Identifikation ohne direkten Sichtkontakt erlauben. Dies ermöglicht es beispielsweise, eine komplette Palettenladung im Vorbeifahren zu erfassen. Ein weiterer Trend ist die farbige Kodierung direkt im Etikettendruck, um Mitarbeitern durch visuelle Reize die Orientierung zu erleichtern (z. B. rote Etiketten für Gefahrgutbereiche).
In vollautomatisierten Lagern werden Etiketten heute oft direkt von Robotern (Print & Apply Systeme) appliziert, wobei die Positionierung millimetergenau erfolgen muss, damit nachgelagerte Sorter die Codes erfassen können. Das Lageretikett ist inzwischen ein hochpräzises Werkzeug, das die Geschwindigkeit und Genauigkeit des gesamten Materialflusses sicherstellt.



