Grafik: Erstellt mit KI
So soll das weltweite Track & Trace eine Sprache sprechen
Track & Trace ist in der Praxis ganz verschiedener Carrier ein Dschungel aus individuellen Statusbezeichnungen und führt auch im Jahr 2026 immer noch zu Betriebs- und Integrationshürden. Das hat LOGENTIS früh erkannt und eine harmonisierende Sprache in der Versand-Software NETVERSYS von Beginn an umgesetzt, um den Tracking-Status leicht verständlich zu vereinheitlichen.
Nun soll diese Standardisierung auch im großen Maßstab gelingen. Erst im vergangenen November hat die Open Logistics Foundation ein neues Tracking Event Modell vorgestellt, das 24 seiner Mitglieder entwickelt haben. Einer davon ist der in unserer Versandsoftware angebundene Carrier Rhenus Logistics.
Das veröffentlichte Standard-Framework für Transportereignis-Daten soll die fragmentierte Track & Trace-Landschaft zusammenführen, die historisch in den einzelnen Unternehmen gewachsen ist und im ungünstigsten Fall durch fehlende Transparenz und Genauigkeit zu Missverständnissen geführt habe, wie es in der Pressemittelung der Open Logistics Foundation zum Thema heißt.
Das „Tracking Event Model“ führt demnach 14 einheitliche Ereignisbezeichnungen ein, die Transportvorgänge verwalten, ermögliche so eine präzisere Kommunikation, verbessere die Planungssicherheit, erhöhe die Transparenz und unterstütze eine bessere operative Berichterstattung, heißt es in der Mitteilung.
Die 2024 gegründete Arbeitsgruppe “Track & Trace” widmet sich nun dem Zeitfenster-Management mit dem Ziel, ein Basismodell für Planung und Nutzung von “Time Slots” in der Logistik zu erstellen. Auch das soll Systeme kompatibel machen, Akzeptanzraten erhöhen, betriebliche Ineffizienzen und Missverständnisse abstellen helfen. Die OLF erwartet nach eigenen Angaben in der Zwischenzeit Engagement ihrer Mitglieder bei der operativen Umsetzung des Tracking Event Models.
Wer war beteiligt?
Diese OLF-Mitgleider arbeiten am gemeinsamen Event-Modell: Aventeon, BusinessCode, CargoLedger, Contargo, Dachser, DB Schenker, DSLV, Duisport, Fraunhofer IML, Haeger & Schmidt Logistics, iteratec, Levity, Logistics.Cloud, Markant, Maven, Rhenus Logistics, Sitra, TradeLink, Trans.EU, Transfollow, Translogica, Transporeon, Zekju, Zufall
Rhenus und ZeKju erproben den Tracking-Standard
In einem Pilotprojekt zur Tat geschritten sind laut einem aktuellen Bericht der logistik heute inzwischen die Unternehmen Rhenus und ZeKju. Im Mittelpunkt des offenen, für alle anwendbaren, nicht proprietären Basismodells stehen die Informationsbedürfnisse des Anwenders, unabhängig vom verwendeten System: klassische Standardisierung also: Die gemeinsame Community von Marktbegleitern soll verschiedene Perspektiven zur optimalen Lösung zusammenführen. Die Dokumentation steht öffentlich und kostenlos in der Datenbank der OLF zur Verfügung.
ZeKju arbeitet mit vielen unterschiedlichen Speditionen zusammen, die nach Angaben des Co-Founders Max-Alexander Borreck in dem Bericht ohne einen gemeinsamen Standard eher den Wunsch hätten, jeweils Details der eigenen Prozesswelt in das Tracking einzubringen – mit der Folge höherer Komplexität. Nun werden laut logistik-heute-Bericht unterschiedliche Begriffe im Hintergrund zu einem gemeinsamen Verständis auf Basis des OLF-Modells zusammengeführt, während Fahrer und Disponenten weiterhin in gewohnten Abläufen arbeiten. Die Standardisierung bleibe weitgehend unsichtbar, während das System Rückfragen und Interpretationsspielräume minimiert und Integrationen stabiler laufen.
Vereinheitlichung läuft geräuschlos im Hintergrund
Rhenus hinterlegte in der Zusammenarbeit mit ZeKju das Modell in den eigenen Systemen, um ein- und ausgehende Statusmeldungen eindeutig abzubilden. Auch hier waren demnach die Anpassungen im Tagesgeschäft kaum bemerkbar, die Integration verbesserte sich aber. Hunderte Transporte in Polen und Tschechien wurden in dem Pilotprojekt bereits über das Modell abgewickelt, mit dem Ergebnis, dass sich die Disposition darauf verlassen konnte, das Ankunft, Abfahrt und Zustellung bei allen Partnern dasselbe bedeutet und sich interne Kommunikation und Dokumentation verbesserten. Davon profitieren laut Rhenus gerade kleinere Speditionen, die so keine eigenen Definitionen entwickeln müssten.
In der Praxis heißt das, dass im Hintergrund unterschiedliche Bezeichnungen, mit denen Fahrer Ereignisse melden, auf die definierten Events abgebildet werden. Das mache, so Jonas Kassan, Head of PMO Overland Transport bei Rhenus, neue Anbindungen einfacher. Mit dem Event-Modell könnte eine europaweite einheitliche Grundlage für Statusmeldungen entstehen.
Harmonisierte Sprache: Schon heute nutzen
Und bis alle dieselbe Sprache sprechen? Eine Möglichkeit ist es, sich die Events mit einer Multicarrier-Versandsoftware wie NETSTORSYS im leistungsstarken Track & Trace-System übersetzen zu lassen. Auch hier gilt: Je einfacher und eindeutiger die Events, umso besser. Gerade dann, wenn man mit vielen verschiedenen Frachtführern arbeitet, um die optimale Massensendung umzusetzen und Kunden in Echtzeit zu informieren.




