Grafik: Erstellt mit KI, Quelle: DHL E-Commerce Trends Report 2025
Globaler E-Commerce auf Erfolgskurs:
Neue DHL-Features für Ihren Export 2026
Der grenzüberschreitende Online-Handel boomt ungebrochen, schreibt die DHL Group, ein weltweit führender Logistik- und Postkonzern mit Sitz in Bonn. Während demnach Statistik-Dienstleister Statista bis 2030 ein weltweites Umsatzwachstum von jährlich 6,3 % prognostiziert, lege Europa laut Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey mit rund 8 % sogar noch schneller zu. Besonders spannend für deutsche Händler: Laut dem DHL E-Commerce Trends Report 2025 bestellen bereits 60 % aller User international – in der Gen Z kauft fast jeder Zweite monatlich im Ausland ein.
Damit Nutzer der DHL-Services dieses Potenzial optimal ausschöpfen können, hat DHL nach eigenen Angaben gegenüber ihrer Versand-Partner die Export-Services gezielt weiterentwickelt. Hier die wichtigsten Updates von DHL im Überblick:
1. Internationale Paketankündigung: Jetzt mit KI-Übersetzung
Transparenz ist der Schlüssel zur Kundenzufriedenheit. Seit Oktober 2025 ist die Paketankündigung für alle Exportziele kostenfrei integriert, übersetzt wird per KI.
- Vorteil: Empfänger:innen erhalten präzise Status-Updates und Tracking-Infos in Echtzeit.
- Neu: Das Tool bietet nun eine automatische Übersetzung in vier Sprachen.
- Pro-Tipp: Für eine fehlerfreie Zustellung übermitteln Nutzer bitte stets die E-Mail-Adresse und (besonders für Süd-/Osteuropa) die Mobilfunknummer der Kundschaft.
- Details von DHL zur Export-Paketankündigung
🏋️♀️Übrigens: Mit dem vereinheitlichten Track & Trace von NETVERSYS haben Nutzer der Multicarrier-Versandsoftware von LOGENTIS stets alle Status-Updates und Tracking-Infos in einer einheitlichen, leicht verständlichen Sprache auf einer Oberfläche im Überblick – egal mit wie vielen der vom LOGENTIS-Team eingebundenen Carrier sie versenden.
2. Kostenoptimierung durch CDP: Expansion nach Holland & Italien
Mit dem DHL-Service Closest Droppoint (CDP) steuern Sie gezielt Paketshops oder Packstationen an. Dies senkt nicht nur die Versandkosten im Vergleich zur Haustürzustellung, sondern schont auch die Umwelt durch gebündelte Touren.
- Status: Seit Dezember 2025 in den Niederlanden verfügbar.
- Ausblick: Der Roll-out für Italien startet im ersten Quartal 2026.
- Mehr zu Closest Droppoint erfahren
Infografik: Erstellt mit KI
3. Effizientes Zollmanagement: Retouren & Verzögerungen vermeiden
Unvollständige Daten sind der größte Zeitfresser im internationalen Versand. Für einen reibungslosen Warenfluss in Drittländer achten Nutzer der DHL-Services bitte auf:
- Präzise Warenbeschreibung: Nutzen Sie die Bezeichnungen aus Ihrem Webshop.
- HS-Codes: Geben Sie die Zolltarifnummer mindestens 6-stellig (besser 8-stellig) an.
- Ursprungsland: Eine eindeutige Angabe ist zwingend erforderlich.
- Checkliste Zollbestimmungen
4. Akku-Versand: Neue Routen für Lithiumbatterien
Der Carrier DHL erweitert laut Partnerinfos die Absatzmärkte im Norden: Ab sofort können Nutzer der DHL-Services Lithiumbatterien (LiBas) per DHL Paket International auch nach Finnland, Estland, Lettland und Litauen versenden. Hierfür ist lediglich eine einmalige Zusatzvereinbarung nötig.
5. Preisstabilität & schnellere Logistik-Netzwerke
- Stabile Transportkostenzuschläge: Trotz saisonaler Schwankungen im Flugplan konnte DHL den Partnerinfos Zufolge die Zuschläge zum 01.01.2026 stabil halten. Die nächste Überprüfung erfolgt turnusgemäß zum 01.07.2026.
- Optimierte Regellaufzeiten: Die DHL Group hat demnach ihr Netzwerk gestrafft. Davon profitieren insbesondere die DHL Retoure International und das DHL Europaket. Kürzere Laufzeiten bedeuten für alle Nutzer bzw. Geschäftskunden: schnellere Wiederverfügbarkeit der Ware und zufriedenere B2B-Kunden.
- Aktuelle Laufzeiten prüfen
Übrigens: Deutschland gehört den DHL-Informationen zufolge global zu den beliebtesten Sourcing-Märkten (mehr zu den Gründen nachfolgend). Mit den genannten Updates sichern sich Geschäftskunden den Wettbewerbsvorteil im internationalen Wettbewerb.
Gut zu wissen: Deutschland als Sourcing-Markt
Doch nicht alles so düster für den Wirtschaftsstandort Deutschland? Die Bundesrepublik bleibt als Sourcing-Markt trotz der beispielsweise im internationalen Vergleich sehr hohen Lohnkosten (ca. 22 % über dem EU-Schnitt) attraktiv. Das liegt vor allem daran, dass moderne Beschaffungsstrategien heute stärker auf Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) und Risikoresilienz setzen als nur auf reine Lohnstückkosten.
Hier die Hauptgründe für die anhaltende Popularität des Standorts Deutschland:
1. Hohe Produktivität und Technologievorsprung
Obwohl die Löhne hoch sind, gleicht Deutschland dies teilweise durch eine extrem hohe Automatisierung und Arbeitsproduktivität aus. In Sektoren wie dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie ermöglichen Investitionen in Industrie 4.0 und Logistik 4.0 effiziente Prozesse, die manuelle Arbeit minimieren.
- Innovation: Die enge Vernetzung zwischen Forschung und Industrie (z. B. Fraunhofer-Institute) sorgt dafür, dass deutsche Zulieferer oft technologische Lösungen anbieten, die andernorts noch nicht verfügbar sind.
2. Qualitätssicherung und Standardisierung
"Made in Germany" fungiert weiterhin als Qualitätssiegel, das die Transaktionskosten senkt.
- Geringe Fehlerquoten: Hohe Standards in der Fertigung reduzieren die Kosten für Nachbesserungen, Garantiefälle und Qualitätskontrollen, die bei Billiglohn-Sourcing oft deutlich höher ausfallen.
- Rechtssicherheit: Ein stabiler rechtlicher Rahmen und der Schutz geistigen Eigentums sind für Unternehmen beim Sourcing von sensiblen Komponenten entscheidend.
3. Nähe und Logistik (Nearshoring-Trend)
Die globalen Krisen der letzten Jahre (Pandemie, Lieferkettenprobleme) haben zu einem Umdenken geführt. Viele Unternehmen bevorzugen heute die Nähe zum Absatzmarkt (Europa).
- Lieferzuverlässigkeit: Kürzere Transportwege bedeuten eine schnellere Reaktionsfähigkeit auf Marktschwankungen und geringere Transportkosten sowie CO₂-Emissionen.
- Resilienz: Deutschland bietet eine sehr dichte Infrastruktur und eine hohe Dichte an spezialisierten Zulieferern ("Clustereffekt"). Das verringert die Abhängigkeit von instabilen globalen Lieferketten.
4. Nachhaltigkeit und ESG-Compliance
Mit strengeren Regulierungen (wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz – LkSG) wird die Dokumentation von Umwelt- und Sozialstandards zur Pflicht.
- Compliance-Vorteil: Deutsche Lieferanten erfüllen diese hohen Anforderungen oft bereits nativ. Sourcing in Deutschland minimiert somit das Risiko von Sanktionen oder Reputationsschäden durch Verstöße in der Lieferkette.
Quellen:
IW Köln (2025/2026): "An International Comparison of Unit Labour Costs"
Simon-Kucher (2025): "Preise der Zukunft: Wettbewerb in Europas neuer Lohnrealität"
Prognos AG (2024): "Update Beschaffungsmärkte für die deutsche Wirtschaft"




