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Schnelldreher | Fast Mover

Warehouse Management

Schnelldreher (auch Renner, Fast Mover oder Hochumschlagartikel) ist ein Fachbegriff aus der Lagerlogistik und Betriebswirtschaft. Er bezeichnet Artikel, die im Vergleich zum Gesamtsortiment eine sehr hohe Abgangsrate aufweisen. Während der Begriff FMCG eher die Branche beschreibt, ist „Schnelldreher“ eine rein quantitative Bewertung der Warenbewegung.

Bemessungsgrundlagen der Dreher-Klassifizierung

Um ein Produkt als Schnelldreher zu identifizieren, nutzt die Logistik zwei wesentliche Kennzahlen:

  1. Lagerumschlagsgeschwindigkeit:

    Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz (oder Abgänge) / Durchschnittlicher Lagerbestand

    Ein hoher Wert kennzeichnet den Schnelldreher.
  2. Pick-Frequenz: In der Kommissionierung zählt nicht nur die Menge, sondern wie oft ein Lagerplatz angefahren werden muss. Ein Artikel, der 100-mal am Tag in kleinen Mengen entnommen wird, ist ein „heißerer“ Schnelldreher als ein Artikel, der einmal am Tag in einer großen Palette abgeholt wird.

Merkmale und Lagerstrategie für Schnelldreher 

  • Platzierung (ABC-Strategie): Schnelldreher werden als A-Artikel eingestuft. In modernen Lagersystemen werden sie in der sogenannten „Goldzone“ (leicht erreichbare Griffhöhe, kurze Wege zur Versandstation) platziert.
  • Flächenproduktivität: Im Handel erzielen Schnelldreher den höchsten Umsatz pro Quadratmeter Ladenfläche. Daher erhalten sie mehr Regalplatz („Facing“), um Out-of-Stock-Situationen zu vermeiden.
  • Risikomanagement: Da Schnelldreher das Kapital nur kurz binden (geringe Kapitalbindungskosten), sind sie für die Liquidität eines Unternehmens von hoher Bedeutung.

Abgrenzung zum Langsamdreher oder Ladenhüter

Das Gegenstück zum Schnelldreher ist der Langsamdreher oder Ladenhüter. Diese Produkte binden Kapital, belegen wertvollen Lagerplatz und bergen das Risiko von Wertminderungen. Ein effizientes Bestandsmanagement zielt darauf ab, den Anteil der Schnelldreher zu maximieren und Langsamdreher durch gezielte Aktionen oder Sortimentsbereinigungen zu reduzieren.

Lagermanagement bei Schnelldrehern und Langsamdrehern

Die Unterscheidung zwischen Schnelldrehern (Fast Mover) und Langsamdrehern (Slow Mover) ist essenziell für ein effizientes Lagermanagement. Schnelldreher haben eine hohe Umschlagshäufigkeit, während Langsamdreher lange im Lager verweilen. Die optimale Lagerstrategie kombiniert oft eine ABC-Analyse mit gezielten Platzierungsmethoden, um Wege zu minimieren und Platz zu maximieren. 

Lagerstrategien für Schnelldreher und Langsamdreher

Grafik: Generiert mit KI

Lagerstrategien für Schnelldreher (A-Artikel)

Schnelldreher sollten so gelagert werden, dass sie schnell kommissioniert werden können, um die Produktivität zu steigern: 

  • Wegoptimierte Platzierung: Schnelldreher gehören in den sogenannten „Goldenen Griffbereich“ (auf Greifhöhe).
  • Lagernähe: Platzierung in der Nähe des Warenausgangs oder der Kommissionierzone.
  • Chaotische Lagerhaltung: Oft genutzt, um flexibel auf hohe Umschläge zu reagieren, wobei Schnelldreher dennoch in zugänglichen Bereichen priorisiert werden.
  • Blocklagerung: Geeignet für große Mengen desselben Schnelldrehertypus. 

Lagerstrategien für Langsamdreher (C-Artikel)

Langsamdreher verursachen hohe Lagerkosten und blockieren Platz. Die Strategie fokussiert sich auf Platzersparnis: 

  • Höhenlagerung: Platzierung in den oberen oder unteren Ebenen des Regals, da sie selten benötigt werden.
  • Festplatzsystem: Kann für Langsamdreher sinnvoll sein, um deren Position zu kennen, ohne den Hauptfluss zu stören.
  • Zusammenfassung: Lagerung in speziellen C-Zonen, um den Zugriff auf Schnelldreher nicht zu behindern.
  • Regelmäßige Überprüfung: Langsamdreher sollten regelmäßig identifiziert und gegebenenfalls durch Rabattaktionen reduziert werden, um das Kapital nicht zu binden. 

Kombinierte Strategien für Schnelldreher und Langsamdreher

Die besten Ergebnisse erzielen hybride Ansätze:

  • ABC-XYZ-Analyse: Kombination aus Umsatzwert (ABC) und Regelmäßigkeit des Verbrauchs (XYZ) für eine präzise Steuerung.
  • Dynamische Zonierung: Das Lager passt sich automatisch an, wenn ein Artikel vom Langsam- zum Schnelldreher wird (und umgekehrt). 

Zusammenfassung der Lagerorte

  • Schnelldreher: Gut erreichbare Zonen (Bodenhöhe, Ganganfang).
  • Langsamdreher: Weniger erreichbare Zonen (höhere Regalebenen)
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