DHL-Briefversand ab 2027 auf 3 cm Briefhöhe begrenzt
Ab dem 1. Januar 2027 ändern sich die Spielregeln für den Briefversand der Deutschen Post AG – die dann DHL AG heißen wird – grundlegend. Ob national oder international – neue Maße, Gewichte und Produkte machen eine Anpassung der Versandlogik notwendig. Die wichtigste Neuerung vorab: Große Briefformate werden flacher und leichter. Wer die Grenzen überschreitet, muss künftig auf das Paketportfolio von DHL ausweichen.
Die Deutsche Post AG, die ab September 2026 als DHL AG umfimiert, passt ihre Basisprodukte im Bereich Brief damit nach eigenen Angaben an die Anforderungen des Weltpostvereins und den steigenden Automatisierungsgrad in den Sortierzentren an. Für DHL-Partner und Anbieter von Versandsoftware (wie Logentis) bedeutet das eine Anpassung der Systeme. Nutzer unserer Multicarrier-Versandsoftware NETVERSYS können diese nahtlos weiternutzen, müssen aber die neuen Formate und Gewichte für ihre Versandprozesse und Portokalkulation beachten.
DHL-Briefversand national: die 3-Zentimeter-Grenze
Die wohl markanteste Änderung betrifft die Formate Großbrief und Maxibrief national. Ab Januar 2027 gilt für beide eine einheitliche maximale Höhe von lediglich 3 cm. Auch beim Gewicht gibt es eine klare Grenze: Sendungen dürfen maximal 2.000 g wiegen.
Damit fällt eine bisherige Option weg: Der Maxibrief mit zusätzlichem Entgelt wird ersatzlos gestrichen. Alles, was dicker als 3 cm oder schwerer als 2 kg ist, kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Brief versendet werden. Diese Sendungen müssen stattdessen über die Produkte des Paketportfolios abgewickelt werden.
Überblick Briefversand National: Was bleibt, was ändert sich?
Grafik: DHL Group
Unveränderte Formate: Postkarte, Standard- und Kompaktbrief
Für die kleineren Briefformate ergeben sich somit zum Jahreswechsel 2027 keine Änderungen bei den Maßen oder Gewichtsvorgaben. Die Postkarte behält ihre Abmessungen von 14 bis 23,5 cm Länge und 9 bis 12,5 cm Breite bei einem Flächengewicht von 150 bis 500 g/qm bei. Auch der Standardbrief (bis 0,5 cm Höhe und 20 g Gewicht) sowie der Kompaktbrief (bis 1,0 cm Höhe und 50 g Gewicht) bleiben in ihren Spezifikationen über den Stichtag hinaus konstant.
Anpassungen beim Großbrief
Beim Großbrief bleiben die Mindest- und Höchstmaße für Länge (10 bis 35,3 cm) und Breite (7 bis 25 cm) zwar identisch, jedoch erweitern sich die Kapazitäten in der Vertikalen und beim Gewicht deutlich. Ab 2027 erhöht sich die maximal zulässige Höhe von 2,0 cm auf 3,0 cm. Parallel dazu verdoppelt sich das zulässige Höchstgewicht von bisher 500 g auf 1.000 g.
Neuausrichtung des Maxibriefs
Der Maxibrief wird ab 2027 umfassend geändert: die bisherige Höhe von bis zu 5,0 cm auf 3,0 cm, dafür vergrößert sich die zulässige Fläche: Die maximale Länge steigt von 35,3 cm auf 38,1 cm, die maximale Breite von 25 cm auf 30,5 cm. Das maximale Gewicht verdoppelt sich von 1.000 g auf 2.000 g.
Das Produkt „Zusätzliches Entgelt Maxibrief“ (Länge 60 cm, Breite 30 cm, Höhe 15 cm; Gewicht bis zu 2.000 g) entfällt.
Internationaler Versand: Vorhang auf für den „Midibrief“
Auch im grenzüberschreitenden Versand gibt es weitreichende Umstrukturierungen. Der klassische Maxibrief International wird eingestellt. An seine Stelle treten Großbrief International und der neue Midibrief International.
Auch hier beträgt die zulässige Höhe maximal 3 cm. Das Maximalgewicht für diese Briefprodukte wird international auf 1.000 g festgesetzt. Sendungen, die diese Kriterien überschreiten, werden ab dem 1. Januar 2027 über das Paket-Sortiment befördert. Zudem soll es Anpassungen bei den Kilotarifen, der Dialogpost International sowie bei Presseprodukten geben, um die Tarifstruktur zu vereinheitlichen.
Überblick Briefversand International: Was bleibt, was ändert sich?
Grafik: DHL Group
Beständige Formate: Postkarte, Standard- und Kompaktbrief
Beim internationalen Versand der Basisformate bleibt alles beim Alten: Postkarte Int. (Länge 14–23,5 cm, Breite 9–12,5 cm) und Flächengewicht von 150–500 g/qm, Standardbrief Int. (bis 0,5 cm Höhe und 20 g Gewicht) und Kompaktbrief Int. (bis 1,0 cm Höhe und 50 g Gewicht).
Einführung des Midibriefs International
Als neues Produktformat wird ab dem 01.01.2027 der Midibrief Int. eingeführt. er deckt Sendungen mit einer Länge von 14 bis 38,1 cm und einer Breite von 9 bis 30,5 cm ab. Die maximale Höhe ist auf 2,0 cm festgelegt, das zulässige Gewicht bis zu 500 g.
Erweiterung des Großbriefs International
Die Mindestmaße vom Großbrief Int. bleiben gleich, die Maximalmaße erhöhen sich ab 2027 auf 38,1 cm Länge und 30,5 cm Breite (zuvor 35,3 cm bzw. 25 cm). Die Höhe steigt von 2,0 cm auf 3,0 cm, das Höchstgewicht verdoppelt sich von 500 g auf 1.000 g.
Wegfall des Maxibriefs International
Sowohl der bisherige Maxibrief Int. bis 1.000 g (mit einer Höhe von bis zu 5,0 cm) als auch die schwerere Variante bis 2.000 g (mit einem Gurtmaß L+B+H = 90 cm) entfallen ab dem 01.01.2027 komplett.
Anpassungen bei Kilotarifen, Dialogpost International und Presseprodukten
Ab Januar 2027 werden internationale Kilotarife auf maximal 3 cm Höhe und 1.000 g Gewicht begrenzt. Bei Dialogpost und Presse wird die Laufzeit auf „Standard“ (bisher Economy) vereinheitlicht. Zudem erfolgt bei Briefen und Dialogpost eine preisliche Differenzierung nach EU und Non-EU anstelle der bisherigen weltweit einheitlichen Tarife.
Grafik: DHL Group
Was als Versender jetzt zu tun ist
Die Umstellung in den Systemen erfolgt automatisch, aber für die Versandlogistik empfiehlt sich,
- Verpackungen zu prüfen: Entsprechen die aktuellen Briefkartons den neuen Maßen (max. 3 cm Höhe)?
- Portokosten zu kalkulieren: Prüfen, welche bisherigen Briefsendungen künftig als Paket frankiert werden müssen und wie sich dies auf die Versandkosten auswirkt.
Wir halten Sie über weitere Details und technische Updates im LOGENTIS-Journal auf dem Laufenden!
Warum die Deutsche Post AG bald DHL AG heißt
Nach über 30 Jahren steht ein historischer Namenswechsel bevor: Zum 1. September 2026 wird aus der „Deutsche Post AG“ rechtlich die „DHL AG“. Doch was steckt hinter dieser Entscheidung, die sich der Konzern nach eigenen Angaben rund 37 Millionen Euro kosten lässt? Der Fokus liegt auf der globalen Identität.
Das Wichtigste in Kürze
Vor fast 25 Jahren kaufte die Deutsche Post das US-Unternehmen DHL. Das Auslandsgeschäft ist immer wichtiger geworden, jetzt übernimmt die Deutsche Post den Konzernnamen. Bei der Hauptversammlung in Bonn stimmten 99,95 Prozent für die Umfirmierung inklusive neuer Konzernstruktur (die tagesschau berichtete).
Die Umbenennung ist der finale Schritt einer Transformation, die bereits 2023 mit der Einführung des Markennamens „DHL Group“ begann. Während der Name „Deutsche Post“ im deutschen Straßenbild erhalten bleibt, passt sich die Konzernzentrale an ihr Geschäftsmodell an: Nach eigenen Angaben werden über 80 % des Umsatzes mittlerweile im Ausland und unter der Marke DHL erwirtschaftet.
Die Gründe für den Namenswechsel
Globale Strahlkraft: DHL ist eine weltweit bekannte Marke. Da das Unternehmen längst kein reiner Staatsbetrieb mehr ist, sondern ein global agierender Logistik-Konzern, soll der Name diese Internationalität widerspiegeln.
Klarheit für Investoren: Mit der Umfirmierung zur DHL AG wird die Struktur für den Kapitalmarkt schärfer. „Es sollte draufstehen, was drin ist“, so Konzernchef Tobias Meyer zur Begründung.
Strukturelle Neuordnung: Das deutsche Brief- und Paketgeschäft wird in eine eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert. Diese neue Einheit wird weiterhin den traditionsreichen Namen Deutsche Post AG tragen und als Marke in Deutschland bestehen bleiben.
Gut zu wissen: Das Kürzel DHL steht für die Firmengründer Adrian Dalsey, Larry Hillblom und Robert Lynn. Der Bonner Logistikkonzern hat rund 534.000 Vollzeitstellen, ein Drittel davon in Deutschland.
Was ändert sich für Kunden und Mitarbeiter?
Für die rund 180.000 Beschäftigten in Deutschland ändert sich operativ wenig, auch wenn sie formal in die neue Tochtergesellschaft übergehen. Tarifverträge und Arbeitsbedingungen bleiben bestehen. Für die Kunden bleibt die Marke „Deutsche Post“ im Inland präsent – die gelben Wagen und Filialen werden also nicht über Nacht verschwinden.
Quelle u.a. tagesschau, VerkehrsRundschau, PC-WELT, ver.di
Für Unternehmen, die Versandsoftware nutzen, ist der Namenswechsel primär eine rechtliche Formalie. Wichtiger sind die beschriebenen Produktanpassungen zum 1. Januar 2027.




