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DHL setzt auf Solarstrom in Berlin und Windkraft auf dem Atlantik

Foto: DHL Group/Jens Schlüter

DHL setzt auf Solarstrom in Berlin und Windkraft auf dem Atlantik

Der Logistikkonzern DHL treibt die Dekarbonisierung seiner Transportwege voran. Sowohl im regionalen urbanen Raum als auch auf internationalen Gewässern setzt das Unternehmen verstärkt auf emissionsfreie Antriebe durch Sonnen- und Windenergie, um den CO₂-Ausstoß maßgeblich zu senken.

DHL fährt mit neuem Solarschiff zweite Route auf der Spree

DHL erweitert das Projekt mit dem Partner Solarwaterworld in Berlin und ist nun auch von Köpenick zum Osthafen CO₂-emissionsfrei unterwegs. Das neue größere Solarschiff kann deutlich mehr Pakete transportieren und steuert solarbetriebene DHL Packstationen entlang der Route an. DHL liefert nach eigenen Angaben Brief- und Paketsendungen in Berlin bereits in der Hälfte des Stadtgebiets CO₂-neutral aus. 

Seit 2022 ist das erste solarbetriebene Schiff von DHL Group in Kooperation mit BEHALA und der Reederei Solarwaterworld AG  täglich zwischen dem Südhafen Spandau und dem Westhafen mit ca. 350 Sendungen unterwegs und hat bereits mehr als 300.000 Pakete auch CO₂-emissionsfrei transportiert: 10,5 Meter lang, 2,5 Meter breit und 12 km/h schnell, kann das Schiff dank Speicher auch ohne Sonne sechs bis acht Stunden fahren. An den Anlegestellen wird die Fracht von elektrischen Lastenrädern oder E-Lkw für die finale Verteilung auf der „letzten Meile“ übernommen.

Das Projekt verläuft so erfolgreich, dass DHL nun mit einem weiteren elektrisch angetriebenen Solarschiff auf einer zweiten Route auf der Spree fährt. Diese führt von Köpenick über mehrere Haltepunkte mit solarbetriebenen DHL Packstationen, etwa in der Rummelsburger Bucht, bis zum Osthafen nahe der Oberbaumbrücke. Das hat DHL Paket gemeinsam mit der Reederei Solarwaterworld AG beschlossen.

"Wir als DHL haben mit unseren Solarschiffen in Berlin ein echtes Leuchtturmprojekt für nachhaltige Logistik. Und wir freuen uns sehr, dass wir jetzt auf einer zweiten Route Pakete transportieren", sagt Sven Goerke, Leiter der Niederlassung Berlin Paket. "Unsere große Logistik-Expertise, übertragen auf Wasserwege und kombiniert mit solarbetriebenen DHL Packstationen, zeigt eindrucksvoll, wie innovative Lösungen den Straßenverkehr in Berlin entlasten können."

Rund 3000 E-Fahrzeuge in Berlin im Einsatz

Die beiden Solarschiffe fügen sich nahtlos in die Nachhaltigkeits-Strategie der DHL Group ein. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die logistikbezogenen Emissionen bis 2050 auf netto null zu reduzieren. Dafür baut DHL die große Flotte an Elektrofahrzeugen in der Zustellung weiter aus – als nach eigenen Angaben einer der nachhaltigsten Post- und Paketdienstleister Deutschlands und Berlins: mit einer E-Zustellflotte in der Hauptstadt von rund 1.000 E-Fahrzeugen sowie mehr als 1.700 elektrischen Lastenrädern, vor allem E-Trikes und E-Bikes. Damit werden die Brief- und Paketsendungen in der Hälfte des Berliner Stadtgebiets bereits heute CO₂-neutral ausgeliefert.

Das zweite Solarschiff ist deutlich größer und kann bis zu 1.500 Pakete emissionsfrei und geräuschlos transportieren. Es ist 19,50 Meter lang und 5,10 Meter breit und verfügt über einen Speicher für Antrieb und die Bordenergie. Das Schiff hat eine Antriebsstärke von 2 x 35 Kilowatt und kommt ebenfalls auf bis zu zwölf Kilometer pro Stunde. Mit Sonne ist die Fahrtdauer unbegrenzt, ohne Sonne kann das Schiff zwölf bis 15 Stunden fahren.

Das zweite Solarschiff ist deutlich größer und kann somit noch mehr Pakete emissionsfrei und geräuschlos transportieren. Foto: DHL Group/Jens Schlüter

Das zweite Solarschiff ist deutlich größer und kann somit noch mehr Pakete emissionsfrei und geräuschlos transportieren. Foto: DHL Group/Jens Schlüter

Der Transportweg der Sendungen beginnt im Bezirk Treptow-Köpenick. Von der DHL-Zustellbasis bringt ein LKW mehrere Paketwagen zum Platz am Kaisersteg in Köpenick. Diese werden auf das Solarschiff verladen und die Pakete dann zu den solarbetriebenen DHL Packstationen gebracht.

Der Berliner Senat ist dabei bereits Kooperationspartner der DHL Group. Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und den Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg sollen möglichst an weiteren Haltepunkten des Solarschiffs solarbetriebene DHL Packstationen aufgestellt werden. Der Genehmigungsprozess für zusätzliche Standorte läuft bereits. 

Wasserwege für urbanen Wirtschaftsverkehr nutzen

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin, sagt dazu: "In einer wachsenden Stadt mit zunehmendem Lieferverkehr müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Straßen zu entlasten, Lärm zu reduzieren und Emissionen zu vermeiden." Und Bonde betont: "Unsere Wasserstraßen sind nicht nur prägend für das Stadtbild, sondern sie sind ein echter Verkehrsraum mit erheblichem Potenzial für den Wirtschaftsverkehr. Berlin verfügt über mehr als 200 Kilometer Wasserstraßen, die für logistische Zwecke genutzt werden können und stärker genutzt werden sollten. Mit der Eröffnung der zweiten Solarbootroute schlagen wir ein neues Kapitel auf."

Ein wichtiger Projektpartner der DHL-Solarschiffe ist die Reederei Solarwaterworld AG. Tim-Derek Schultze, Vorstand der Solarwaterworld AG, sagt: "Mit dem Start von 'Route zwei' erreichen wir den nächsten Meilenstein für eine neue Form urbaner Logistik in Berlin. Wir bringen den Transport zurück aufs Wasser - emissionsfrei, leise und deutlich effizienter für die Stadt."  Schultzes Vorstandskollegin Louise Ahrens ergänzt: "Wir sind stolz darauf, Teil dieser innovativen Entwicklung zu sein und die Potenziale, die die Hauptstadt bietet, aktiv mitzugestalten. Unser Ziel ist es, diese Lösung nicht nur zu etablieren, sondern kontinuierlich weiter auszubauen."

Das zweite DHL-Solarschiff ist Teil des Projektes A-Swarm II, bei dem Partner wie die Technische Universität Berlin zur autonomen elektrischen Schifffahrt in Metropolregionen forschen - unterstützt mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Zur Original-Pressemitteilung

Moderne Frachtsegler erobern den Atlantik

Nicht nur im Nahverkehr, sondern auch auf den Weltmeeren plant der Logistikkonzern, der kürzlich sehr gute Quartalsergebnisse präsentiert hat, nachhaltiger zu werden. Wie das Nachrichtenportal heise.de vermeldet, hat die französische Tochtergesellschaft DHL Global Forwarding France eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Reederei-Startup Vela geschlossen. 

Ab Anfang 2027 sollen innovative Cargo-Trimarane Frachtgüter nahezu emissionsfrei über den Atlantischen Ozean transportieren. Diese modernen Schiffe nutzen hochentwickelte Technologien und Designprinzipien aus dem Hochsee-Rennsport.

Der rund 67 Meter lange und 25 Meter breite Trimaran verfügt über zwei Masten mit insgesamt 623 Quadratmetern Segelfläche. Laut einem Bericht von heise.de wird der Vortrieb fast vollständig durch Windkraft erzeugt, während ein Dieselgenerator lediglich als Notlösung und für präzise Hafenmanöver an Bord ist. Die Energie für die Bordelektronik sowie die Kühlung wird über integrierte Solarpaneele bereitgestellt. Das Schiff bietet den Angaben zufolge Platz für bis zu 600 Europaletten - das entspricht einer Ladung von etwa 410 Tonnen.

Entlastung für weniger eilige Frachtgüter

Die Transatlantik-Überfahrt wird laut heise.de knapp 15 Tage in Anspruch nehmen. Damit sind die Segler zwar langsamer als konventionelle Containerschiffe, die rund neun Tage benötigen, bieten jedoch eine CO₂-freie Alternative. DHL plant, diesen Dienst vor allem für weniger eilige Güter wie mechanische Bauteile, Kosmetika, Kleidung sowie Wein und Spirituosen einzusetzen. 

Die geplante Route verbindet die Sekundärhäfen Caen-Ouistreham in Frankreich und New Haven im US-Bundesstaat Connecticut, wodurch überlastete Großhubs bewusst umgangen werden. Laut heise.de soll die Flotte bis zum Jahr 2028 auf insgesamt fünf Schiffe anwachsen. Dies ermöglicht demnach wöchentliche Abfahrten und ein jährliches Transportvolumen von bis zu 48.000 Tonnen Fracht.

Zum Original-Bericht auf heise.de

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