Foto: Posten Bring
Posten Bring beschließt umfassende Restrukturierung und Kostensenkungen
Der skandinavische Post- und Logistikkonzern Posten Bring hat eine tiefgreifende Änderung seiner Konzernstruktur beschlossen. Wie das Unternehmen in einer offiziellen Pressemitteilung vom 22. Juni 2026 bekannt gab, diene die Restrukturierung dazu, die Marktposition in den Kernbereichen Paket, Gütertransport und Lagerhaltung zu stärken. Das Management begründet diesen Schritt mit einem verschärften Wettbewerb sowie veränderten Kundenerwartungen. Im Zuge dieser strategischen Maßnahmen sollten zudem die indirekten Kosten des Unternehmens signifikant gesenkt werden, so der Konzern.
Verschiebung des Kerngeschäfts hin zur Logistik
Die Notwendigkeit der organisatorischen Anpassung resultiert laut Unternehmen aus einem fundamentalen Wandel des Marktes in den vergangenen Jahrzehnten. Während demnach um die Jahrtausendwende noch 80 Prozent des Umsatzes aus dem klassischen Postgeschäft und lediglich 20 Prozent aus der Logistik stammten, habe sich dieses Verhältnis inzwischen vollständig umgekehrt.
Heute erwirtschaftet Posten Bring nach eigenen Angaben 80 Prozent seines Umsatzes im Logistiksektor. Neben dem intensiven Wettbewerb im Paketmarkt zählen demnach auch bevorstehende Änderungen der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Postdienst zu den Treibern der aktuellen Reform.
Konzernchef Petter-Børre Furberg erklärte hierzu, dass das Unternehmen seine Prozesse und Arbeitsweisen anpassen müsse, um das strategische Ziel zu erreichen, der führende Logistikakteur in der nordischen Region zu werden. Dabei soll ihm zufolge auch der verstärkte Einsatz von neuen Technologien und künstlicher Intelligenz zur Effizienzsteigerung beitragen.
Kostensenkung und personelle Konsequenzen
Ein zentraler Bestandteil der neuen Ausrichtung ist ein weitreichendes Sparprogramm. Bis zum Jahr 2027 sollen die indirekten Kosten im Vergleich zum Niveau von 2025 um 25 Prozent reduziert werden. Furberg erklärt, mit dieser Maßnahme sei auch eine Verringerung der Mitarbeiterzahl verbunden. Der Konzernchef betont in der Pressemitteilung, dass der anstehende Umstellungsprozess für die Belegschaft fordernd sei, man jedoch auf ein transparentes und berechenbares Verfahren achte. Das Unternehmen verweist in diesem Zusammenhang auf seine 379-jährige Geschichte, in der kontinuierliche Anpassungen an veränderte Marktbedingungen stets Teil der Unternehmensentwicklung gewesen seien.
Fünf neue Geschäftsbereiche ab Januar 2027
Die neue Konzernstruktur tritt am 1. Januar 2027 offiziell in Kraft. Das operative Geschäft wird künftig in fünf eigenständige Bereiche mit direkter Ergebnisverantwortung unterteilt, um schneller auf Marktveränderungen reagieren zu können. Die Verantwortung für den Bereich Paket Norwegen übernimmt Thomas Støkken, während Jacob Aagaard das Paketgeschäft für Schweden und Dänemark leitet. Die Sparte Logistiklösungen Norwegen wird von Michael Weinl geführt, und Erik Roth übernimmt die Leitung der internationalen Logistik. Das verbleibende Postgeschäft wird weiterhin von Christian Brandt verantwortet.
Unterstützt werden diese operativen Einheiten von zentralen Konzernfunktionen: Dazu gehören das Finanzressort unter der Leitung von Janne Flessum, der Bereich Personal und Organisation unter Beate Hamre Deck sowie das Ressort Technologie und Sicherheit unter Heidrun Reisæter. Die Koordination des nordischen Netzwerks liegt bei Hans-Øyvind Ryen, während Randi Bjerkeland Skagemo für das Kundenerlebnis zuständig ist.
Am Markt tritt der Konzern weiterhin mit seinen zwei etablierten Marken auf: „Posten“ bedient den norwegischen Privatkundenmarkt, während „Bring“ für den B2B-Sektor sowie für alle Aktivitäten außerhalb Norwegens genutzt wird.




