LOGENTIS Logistik Lexikon

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Handling (Logistik)

Logistik / Allgemein

Definition von Handling in der Logistik

Handling oder Cargo-Handling bezeichnet die Gesamtheit aller physischen, organisatorischen und administrativen Prozesse, die beim Laden, Löschen, Umladen, Transportieren und Lagern von Gütern an Transportknotenpunkten anfallen.

Diese Prozesse finden in See- und Binnenhäfen, auf Flughäfen, an Güterbahnhöfen sowie in Logistikzentren statt. Das Ziel des Cargo-Handlings ist der effiziente und beschädigungsfreie Wechsel von Transportmitteln innerhalb der logistischen Kette.

Die vier Kernphasen im Cargo-Handling

Der physische Ablauf des Cargo-Handlings folgt einer festgelegten Struktur, die mit der Entladung des ankommenden Transportmittels beginnt. In dieser ersten Phase, dem sogenannten Löschen bei Schiffen oder dem Entladen bei Lastkraftwagen und Güterwaggons, werden die Güter physisch übernommen. Direkt im Anschluss folgt die Phase der Identifikation und Prüfung. Hierbei werden die Frachtstücke über Barcodes, **RFID-Systeme oder Frachtpapiere** digital erfasst und zeitgleich einer Sichtprüfung auf äußere Beschädigungen unterzogen.

Nach der Erfassung schließt sich die Phase der Zwischenlagerung oder Sortierung an. Die Güter werden entweder direkt auf ein anderes Transportmittel umgeladen, was als Cross-Docking bezeichnet wird, oder sie verbleiben temporär in einem Terminalbereich wie einem Containerdepot oder einer Lagerhalle. Die letzte Phase bildet die Beladung des ausgehenden Transportmittels. Dabei müssen Vorgaben bezüglich der Gewichtsverteilung, der maximalen Achslasten und der Transportsicherheit eingehalten werden.

Frachtarten und spezifische Methoden des Cargo-Handlings

Die Ausgestaltung des Cargo-Handlings richtet sich nach der Art der zu bewegenden Güter. Beim Cargo-Handling von Containerfracht kommen genormte Großbehälter zum Einsatz, die standardisierte Prozesse ermöglichen. Der Umschlag erfolgt hierbei über Großgeräte wie Containerbrücken, Reach-Stacker oder Portalhubwagen. Im Gegensatz dazu erfordert das Cargo-Handling von Schüttgut, zu dem lose Materialien wie Kohle, Erz oder Getreide gehören, kontinuierlich arbeitende Systeme wie Förderbänder, Grabenschiffe oder Siloanlagen.

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Grafik: Generiert mit KI

Flüssiggüter wie Rohöl, Chemikalien oder Flüssiggas verlangen ein technisch anderes Cargo-Handling, das über geschlossene Pipelinesysteme und Pumpstationen realisiert wird. Das klassische Stückgut-Handling befasst sich wiederum mit ungenormten Einzelgütern wie Kisten oder Maschinenteilen, die meist mit Gabelstaplern oder Autokranen bewegt werden. Eine Sonderrolle nimmt das Cargo-Handling in der Luftfracht ein, bei dem die Ware in speziellen Luftfrachtcontainern, den sogenannten Unit Load Devices, über Hubtische und Rollenbahnen in das Flugzeug befördert wird.

Technische Ausrüstung für das Cargo-Handling

Die technische Infrastruktur ist die Basis für das Cargo-Handling an Logistikknotenpunkten. Für vertikale Bewegungen und das Heben von Lasten werden Hebezeuge eingesetzt, wozu vor allem Containerkräne, Portalkräne und Mobilkräne zählen. Der horizontale Transport auf dem Gelände des Terminals oder Lagers wird durch Flurförderzeuge sichergestellt, zu denen Gabelstapler, Hubwagen und Reach-Stacker gehören. Für den Transport von Massengütern kommen zudem Stetigförderer wie Förderbänder und Rohrleitungen zum Einsatz, die einen ununterbrochenen Materialfluss gewährleisten.

Rechtliche und administrative Rahmenbedingungen des Cargo-Handlings

Neben den physischen Abläufen umfasst das Cargo-Handling administrative und rechtliche Pflichten. Ein zentrales Element ist die Schnittstellenkontrolle, bei der an jedem Übergangspunkt der Transportkette der Zustand der Ware dokumentiert wird, um die rechtliche Haftung bei eventuellen Schäden eindeutig zuzuweisen. Zudem spielt die** Zollabwicklung** eine Rolle im internationalen Cargo-Handling, insbesondere bei der Überprüfung und Freigabe von Warenströmen in Freihäfen oder Zollagern.

Sorgfalt ist beim Cargo-Handling von Gefahrgut geboten, da hierbei internationale Vorschriften wie der IMDG-Code für die Seeschifffahrt oder das ADR für den Straßentransport strikte Trennungs- und Lagerungsverbote vorschreiben. Schließlich gehört auch die gesetzlich vorgeschriebene Ladungssicherung zum Cargo-Handling, um ein Verrutschen oder Beschädigen der Fracht während des anschließenden Transports zu verhindern.

Effizienzfaktoren im modernen Cargo-Handling

Die Leistungsfähigkeit des Cargo-Handlings bestimmt die Gesamttransportzeit und die Kosten innerhalb einer Lieferkette. Ein Faktor zur Effizienzsteigerung ist die Standardisierung, da einheitliche Ladehilfsmittel wie Europaletten den Umschlag beschleunigen. Darüber hinaus gewinnt die Automatisierung im Cargo-Handling an Bedeutung; der Einsatz von fahrerlosen Transportsystemen und automatisierten Krananlagen erhöht den Durchsatz und reduziert die Fehlerquote. Unterstützt wird dies durch die Digitalisierung, bei der Terminal-Management-Systeme den Informationsfluss parallel zur Ware steuern, um Wartezeiten für Transportmittel zu minimieren.

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